HASHIMOTO-THYREOIDITIS


Vor über 100 Jahren beschrieb der japanische Arzt Hakaru Hashimoto eine entzündlich-degenerative Erkrankung der menschlichen Schilddrüse. Diese, nach ihm als Hashimoto-Thyreoiditis benannte autoimmune Schilddrüsenentzündung, wurde in den letzten Jahrzehnten immer häufiger diagnostiziert.

Besonders Frauen sind wesentlich häufiger davon betroffen. Die Erkrankungsrate liegt etwa 5 - 10 Mal höher als bei Männern. Oft tritt die Hashimoto-Thyreoiditis auch in einem Zusammenhang mit vorangegangenen oder parallel existierenden (Auto)Immunerkrankungen auf.

Was hat es mit dieser autoaggressiven Erkrankung auf sich und welche therapeutischen Ansätze und Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die schleichende Zerstörung

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis liegt — im Gegensatz zum Morbus Basedow — eine krankhafte Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse vor. Es handelt sich dabei um eine Autoimmunerkrankung, da körpereigene Antikörper das Schilddrüsengewebe entzündlich infiltrieren und zerstören. Durch den zunehmenden Verlust von gesundem und aktivem Schilddrüsengewebe büßt die Schilddrüse ihre Fähigkeit ein, in einem ausreichendem Maße Ihre Hormone zu bilden, sie zu speichern und an den Körper abzugeben.

Die in der Schilddrüse gebildeten Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) werden normalerweise zur Speicherung an ein Protein gebunden, dem so genannten Thyreoglobin. Dieses Protein wird nun durch den Thyreoglobin-Antikörper (TG-AK) behindert und zerstört. Außerdem existieren noch die so genannten Thyreoidea Peroxidase-Antikörper (TPO-AK), die den Zellstoffwechsel innerhalb der Schilddrüse sabotieren können.

Die beiden Antikörpertypen TG-AK und TPO-AK lassen sich auch im Blut nachweisen und sind ein wichtiger laborchemischer Hinweis auf eine mögliche Autoimmun-Thyreoiditis. Besonders ein deutlich erhöhter TPO-AK-Wert in Verbindung mit einem hohen TSH-Wert (Schilddrüsenanregendes Hormon) untermauert die Verdachtsdiagnose für eine autoimmune Schilddrüsenstörung vom Typ Hashimoto.

Beispiel Blutwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis
(unter Substitution mit L-Thyroxin):

Blutwerte bei Hashimoto-Thyreoiditis

Im Laufe der Zeit sind durch den anhaltenden Zerstörungsprozess immer weniger funktionsfähige und hormonproduzierende Zellen vorhanden und das Schilddrüsengewebe beginnt sich allmählich knotig zu verhärten (Struma nodosa) oder auch zu schrumpfen und sich aufzulösen.

In den letzten Jahren wird auch der Einfluss der Nebennierenaktivität auf die Schilddrüse diskutiert, da besonders durch lang anhaltende Belastungssituationen die „Stresshormone“ der Nebenniere die Schilddrüse unverhältnismäßig stark beeinflussen können. Dabei kann es dann in Folge auch zu einer Nebennierenschwäche kommen, welche die Symptomatik einer bestehenden Schilddrüsenunterfunktion noch zusätzlich verstärkt.

Häufig unklare Beschwerden

Die allgemeinen Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion sind anfangs nicht sehr ausgeprägt und entwickeln sich eher langsam. Aus diesem Grund wird häufig auch eine Hashimoto-Thyreoiditis erst spät diagnostiziert oder sogar nur zufällig entdeckt. Auch ist zu Beginn der Erkrankung eine Abgrenzung gegenüber anderen Schilddrüsenerkrankungen oder Non-Hashimoto-Hypothyreosen nicht immer möglich und eindeutig.

Am Beginn der Erkrankung kommt es häufig zu einer kurzfristigen Überfunktion der Schilddrüse mit typischen Symptomen wie Unruhezuständen, Nervosität, Herzrasen (Tachykardie), Hitzegefühlen und Gewichtsabnahme.

Nach einiger Zeit entwickeln sich Symptome einer Unterfunktion, die sehr vielfältig sein können und nicht gleich auf den ersten Blick einer Schilddrüsenstörung zugeordnet werden:

  • Frösteln und allgemeine Kälteempfindlichkeit
  • Antriebslosigkeit und Müdigkeit
  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Vegetative Dystonie
  • erniedrigter Blutdruck (Hypotonie)
  • verlangsamte Pulsfrequenz (Bradykardie)
  • erniedrigte Eisenwerte (Anämie)
  • erhöhte Cholesterinwerte
  • Muskelschwäche und Gelenkschmerzen
  • Verdauungsschwäche
  • Gewichtszunahme
  • Neigung zu Wassereinlagerungen (Ödembildung)
  • Hauttrockenheit und brüchige Nägel
  • Haarausfall
  • Verminderung der Libido und Zyklusstörungen
  • Unfruchtbarkeit und unerfüllter Kinderwunsch
  • Sprech- und Stimmprobleme
  • Depressive Verstimmungen und manifeste Depressionen
  • Psychosen und epileptische Anfälle

So kann es bei einer noch unerkannten Hashimoto-Thyreoiditis zu anfänglichen Fehldiagnosen und wenig effektiven Behandlungen kommen. Beispielsweise wenn bei einem Patienten gleichzeitig internistische Maßnahmen wegen einer Verdauungsschwäche oder Ödembildung eingeleitet werden, der Orthopäde Schmerzmittel für die Gelenke verabreicht und der Psychotherapeut Antidepressiva verordnet. Die Grunderkrankung wird dabei häufig übersehen und bleibt somit auch lange unbehandelt.

Sehr viele der mir bekannten Hashimoto-Patienten haben oft nur per Zufallsbefund und teilweise erst Jahre später die korrekte Diagnose für ihre Beschwerden erhalten.

Behandlung und Heilungschancen

Von der Hashimoto-Thyreoiditis sind statistisch gesehen überwiegend Frauen ab dem 30. - 40. Lebensjahr betroffen. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht werden die Heilungsmöglichkeiten leider kategorisch als sehr gering eingestuft, was, je nach Symptomlage, meist eine lebenslange Substitution von Thyroxin-Präparaten o. ä. nötig macht.

Schilddrüsenzellen, die durch den Autoimmunprozess schon zerstört sind, lassen sich nicht mehr regenerieren. Der erste therapeutische Ansatz ist es, die noch vorhandenen und gesunden Zellen zu stärken und die Wirkung des Zerstörungsprozesses möglichst abzuschwächen. Selbstverständlich gibt es aus naturheilkundlicher und ganzheitlich-therapeutischer Sicht eine Reihe von Möglichkeiten, sich mit dieser Erkrankung bewusst auseinander zu setzten und eine Heilung anzustreben.

Auf der körperlichen Ebene gibt und gab es innerhalb der klassischen Naturheilkunde schon immer Heilmittel, die einen organischen Bezug zur Schilddrüse und zu Schilddrüsenstörungen besitzen. Die entsprechenden Mittel und Verfahren werden aber — wie in der ganzheitlich orientierten Therapie üblich — nach individuellen Gesichtspunkten ausgewählt und eingesetzt.

Phytotherapeutische Präparate, homöopathische Einzel- und Komplexmittel, Schüßler-Salze, Vitaminsubstanzen, sowie Anthroposophische Heilmittel bilden neben Akupunktur und TCM, Atemtherapie, Entspannungsübungen und psychotherapeutischen Maßnahmen, eine bewährte Basis für eine ganzheitliche Behandlung. Das Autoimmungeschehen lässt sich beispielsweise bei einer entsprechend ausreichenden Behandlungsdauer zusätzlich durch isopathische Präparate und spezielle Schlangengifte auf der zellulären Ebene teilweise gut beeinflussen (Korrektur der Immunlogistik).

Aus Sicht einer langjährigen Praxiserfahrung ist für eine erfolgreiche Therapie eine tiefgründige Betrachtung mit dem seelischen und emotionalen Hintergrund der Erkrankung der Dreh- und Angelpunkt, was leider häufig unterschätzt und auch gerne aus Bequemlichkeit und Angst vor den aufkommenden Gefühlen umgangen wird. Schließlich handelt es sich ja hierbei um eine Autoaggressionserkrankung, die ihren Ursprung nicht primär auf der körperlichen Ebene hat, sondern im seelisch-geistigen Bereich des Klienten zu suchen ist.

Obwohl dieser zerstörerische Prozess zwar an der Schilddrüse stattfindet, kann er aber auch noch weitere Organe befallen und zu weiteren Autoimmunerkrankungen führen. Hier sollten also nicht nur standardmäßig Hormone substituiert werden, sondern die betroffenen Klienten müssten sich in einem therapeutischen Rahmen für eine tiefere Behandlung öffnen, um die destruktiven Tendenzen zu transformieren.

Durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem seelischen Muster von Autoaggression innerhalb des eigenen Wesens, sind die Hashimoto-Thyreoiditis und ähnliche gelagerte Erkrankungen viel leichter für eine mögliche Heilung zugänglich. Die Kombination von körperlichen und gleichzeitig auch energetisch-seelisch orientierten Maßnahmen ist erfahrungsgemäß sehr sinnvoll und sollte für eine ganzheitliche Therapie solcher Erkrankungen selbstverständlich sein.

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