MORBUS BASEDOW


Der Morbus Basedow ist eine Überfunktion (Hyperthyreose) der Schilddrüse, die meist plötzlich auftritt und besonders Frauen im Alter von 20 - 40 Jahren betrifft. Ähnlich wie bei der Hashimoto-Thyreoiditis, erkranken auch hierbei wesentlich mehr Frauen als Männer. Der deutsche Arzt Carl von Basedow hat vor über 170 Jahren das Symptomenbild dieser Erkrankung beschrieben und ordnete sie als Störung der Schilddrüse ein.

Dauerfeuer für die Schilddrüse

Beim Morbus Basedow liegt eine lang anhaltende und krankhafte Überstimulierung der Schilddrüse vor, die durch spezifische Antikörper ausgelöst wird.

In dem fein abgestimmten Zusammenspiel des menschlichen Hormonsystems wird die Schilddrüse normalerweise je nach Bedarf von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) in ihrer Aktivität stimuliert. Zu diesem Zweck sendet die Hirnanhangsdrüse über den Blutweg das Schilddrüsenanregende Hormon TSH aus. Die TSH-Moleküle setzen sich an spezielle Rezeptoren der Schilddrüse, um sie für eine begrenzte Zeit in ihrer Aktivität anzuregen.

Durch das vermehrte Auftreten von TRAK-Molekülen (TSH-Rezeptor-Antikörper) werden eben diese Schilddrüsenrezeptoren blockiert und fatalerweise dauerhaft stimuliert. Dadurch kommt es zu einer verstärkten und unkontrollierten Anregung der Schilddrüse mit all ihren symptomatischen Konsequenzen. TRAK lässt sich im Blut nachweisen und ist ein wichtiger serologischer Indikator für eine entsprechende Schilddrüsenstörung mit Autoimmuncharakter.

Gleichzeitig können auch noch weitere Autoantikörper bei Morbus Basedow den Krankheitsprozess mit beeinflussen: Der Thyreoidea Peroxidase-Antikörper (TPO-AK/MAK) und der Thyreoglobin-Antikörper (TG-AK/TAK), die beide auch bei der Hashimoto-Thyreoiditis eine Rolle spielen. Durch das gemeinsame Auftreten dieser verschiedenen Antikörper ist es teilweise nicht immer eindeutig, welche Erkrankung genau vorliegt.

Beispiel Blutwerte bei Morbus Basedow:
Blutwerte bei Morbus Basedow

Zusätzlich zeigt sich bei einem aktiven Morbus Basedow im Blutbild eine deutliche Erniedrigung des TSH-Wertes und außerdem sind die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) deutlich erhöht, da ja durch die Rezeptorenblockade der TRAK-Moleküle die Hormonproduktion der Schilddrüse sehr stark angeregt wird.

Heftige Symptome

Die Symptome beim Morbus Basedow, die meist plötzlich und schubweise auftreten, sind auf Dauer insgesamt sehr belastend für den Betroffenen und können im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein:

  • starke Unruhe
  • Nervosität und Zittern (Tremor)
  • Gereiztheit und emotionale Instabilität
  • Panikattacken und anhaltende Schlaflosigkeit
  • Hitzegefühle und Wärmeintoleranz
  • Druck- und Engegefühl am Hals
  • Erstickungsgefühl und Luftnot
  • Schweißausbrüche
  • Heißhunger und Gewichtsverlust
  • beschleunigter Puls (Tachykardie) und heftiges Herzklopfen
  • Herzstolpern und Vorhofflimmern
  • Muskelkrämpfe und Muskelschwäche
  • vermehrter Stuhlgang
  • Haarausfall
  • Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit

Zusätzlich kommt es im Falle des Morbus Basedow durch die Autoimmunreaktion meist noch zu entzündlichen Reaktionen und Schwellungen von Geweben, wie beispielsweise in den Augenhöhlen, was zu dem charakteristischen Gesichtsausdruck mit weit aufgerissenen und hervortretenden Augen führen kann (Exophtalmus). Durch die bestehende Überfunktion können besonders das andauernde Herzrasen (Tachykardie) und teilweise auch die begleitenden Reizleitungsstörungen bei entsprechender Disposition eine starke und auch gefährliche Belastung für das Herz und den Kreislauf sein. Die Erkrankung kann manchmal auch in eine Hashimoto-Thyreoiditis übergehen, was häufig zu diagnostischen Unsicherheiten und Verwirrungen führen kann.

Behandlung und Heilungschancen

Oft wird ein Morbus Basedow durch akute Schockerlebnisse oder durch eine schon länger bestehende emotionale und existenzielle Belastungssituation ausgelöst und begünstigt. Auch eine Schwangerschaft kann einen Basedow-Zustand bewirken. Die TRAK-Werte können teilweise stark schwanken und sich auch ohne den Einfluss von Medikamenten verändern, was meist in einem deutlichen Zusammenhang mit dem emotionalen Zustand des Patienten steht.

Statistisch gesehen, kann ein Morbus Basedow sich in einem Zeitraum von etwa 1 - 3 Jahren häufig spontan zurückbilden. Erfahrungsgemäß verbessert sich jedoch die Symptomatik umso deutlicher und auch schneller, wenn möglichst zu Beginn der Erkrankung eine intensive Verhaltens- und Ernährungsänderung stattfindet. Auch eine weiterführende psychotherapeutische Unterstützung sollte neben individuell ausgewählten naturheilkundlichen Verfahren und Präparaten nicht außer Acht gelassen werden, da fast immer ein tieferes seelisches Geschehen eine Rolle bei dieser Erkrankung spielt.

Ansonsten stehen aus medizinisch-ärztlicher Sicht meist nur medikamentöse und operative Maßnahmen im Vordergrund: längere Cortisonbehandlungen zur Unterdrückung der Entzündungen, die Einnahme von Thyreostatika und Beta-Blocker-Präparaten zur Dämpfung der Hormonproduktion und der Herzfrequenz sowie Radiojodtherapie, Strumektomie oder Thyreoidektomie als direkte Eingiffe in das Schilddrüsengewebe

Auf der körperlichen Ebene gibt und gab es innerhalb der klassischen Naturheilkunde schon immer Heilmittel, die einen organischen Bezug zur Schilddrüse und zu Schilddrüsenstörungen besitzen. Die entsprechenden Mittel und Verfahren werden aber — wie in der ganzheitlich orientierten Therapie üblich — nach individuellen Gesichtspunkten ausgewählt und eingesetzt.

Phytotherapeutische Präparate, homöopathische Einzel- und Komplexmittel, Schüßler-Salze, Vitaminsubstanzen, sowie Anthroposophische Heilmittel bilden neben Akupunktur und TCM, Atemtherapie, Entspannungsübungen und psychotherapeutischen Maßnahmen, eine bewährte Basis für eine ganzheitliche Behandlung. Das Autoimmungeschehen lässt sich beispielsweise bei einer entsprechend ausreichenden Behandlungsdauer zusätzlich durch isopathische Präparate und spezielle Schlangengifte auf der zellulären Ebene teilweise gut beeinflussen (Korrektur der Immunlogistik).

Aus Sicht einer langjährigen Praxiserfahrung ist — ähnlich wie bei der Hashimoto-Thyreoiditis — für eine erfolgreiche Therapie jedoch eine möglichst tiefgründige Betrachtung mit dem seelischen und emotionalen Hintergrund der Erkrankung zwingend notwendig, was leider häufig unterschätzt und auch gerne umgangen wird. Schließlich handelt es sich ja hierbei um eine Autoaggressionserkrankung, die ihren Ursprung nicht primär auf der körperlichen Ebene hat, sondern im seelisch-geistigen Bereich des Klienten zu suchen ist.

Durch die bewusste Auseinandersetzung mit dem seelischen Muster von Autoaggression innerhalb des eigenen Wesens, sind der Morbus Basedow und ähnliche gelagerte Erkrankungen viel leichter für eine mögliche Heilung zugänglich. Die Kombination von körperlichen und gleichzeitig auch energetisch-seelisch orientierten Maßnahmen ist erfahrungsgemäß sehr sinnvoll und sollte für eine ganzheitliche Therapie solcher Erkrankungen selbstverständlich sein.

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