BRENNPUNKT SCHILDDRÜSE


Die Schilddrüse (Glandula Thyreoidea) besitzt innerhalb des menschlichen Stoffwechsel- und Hormonsystems eine große Bedeutung. Deswegen wirken sich Störungen der Schilddrüsenfunktion meist sehr deutlich auf viele Bereiche des Körpers aus.

Eine kleine, aber mächtige Drüse

Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ und hat ihren Sitz am vorderen Hals leicht unterhalb des Kehlkopfes und besteht aus zwei seitlichen Lappen und einem Mittelteil (Isthmus). Außerdem liegen nach hinten noch die vier linsengroßen Nebenschilddrüsen an der Rückseite der Seitenlappen an.

Diese wichtige endokrine Drüse ist ein relativ kleines Organ und wiegt durchschnittlich nur etwa 20 g. Sie wird aber im Verhältnis zu ihrer geringen Größe sehr stark durchblutet und beansprucht etwa 60 % des gesamten Blutstromes pro Stunde. Die gesunde Schilddrüse ist bei Männern etwas größer als bei Frauen. Das durchschnittliche Volumen liegt bei Männern etwa bei 25 ml, bei Frauen etwa bei 18 ml, wobei es aber zyklusbedingte Größenschwankungen geben kann.

Anatomie der Schilddrüse

Als eine der wichtigsten hormonproduzierenden Drüsen steht sie in einer direkten Verbindung mit anderen Hormondrüsen. Sie ist Teil einer subtilen Hormonachse zwischen Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Bauchspeicheldrüse, den Nebennieren sowie den Keimdrüsen (Eierstock/Hoden) und dadurch mitverantwortlich für eine Reihe von regulativen Stoffwechsel‐ und Reifeprozessen.

Übersicht Endokrines system

In ihrem Gewebe produziert und speichert sie unter Anwesenheit von Jod die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die sie auf Grundlage eines komplexen hormonellen Regelkreises und unter Einfluss des Hypophysenhormons TSH (= Schilddrüsenstimulierendes Hormon) an das Blut abgibt und an vielen Stellen im Körper an passende Rezeptoren ihrer Zielzellen andocken.

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind für die Entwicklung, Reifung und Stoffwechselaktivität (Grundumsatz) des Körpers von großer Bedeutung. Die Verwertung von Nahrungssubstanzen in den Zellen, der Energie- und Wasserhaushalt, die Temperatursteuerung, das Skelettwachstum, wie auch die (Mit-)Regulation von anderen Hormondrüsen, stehen essentiell unter dem Einfluss der Schilddrüsenaktivität und ihrer ausgewogenen Hormonproduktion.

Diese Aktivitäten sind mit verantwortlich für die Steuerung des menschlichen Grundumsatz, also für den inneren Energie‐ und Wärmehaushalt. Aber auch für die ausreichende Entwicklung des Menschen in der Wachstumsphase sowie seiner Fruchtbarkeit und Intelligenz, ist eine ungestörte Schilddrüsenaktivität notwendig.

Die Schilddrüse selbst wird wiederum direkt von Steuerungshormonen beeinflusst, die im Gehirn gebildet werden. Über Hirnstamm und Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) wird zur Zwecke ihrer Aktivitätssteigerung das Hormon TSH ausgeschüttet, welches sich praktischerweise auch im Blut nachweisen lässt und neben freiem T3 und T4 eine wichtige serologische Größe in der Schilddrüsendiagnostik darstellt.

Schilddrüsenstörungen: häufig widersprüchliche Symptome

Die Schilddrüse kann auf verschiedene Arten gestört sein und unterschiedliche Krankheitssymptome aufweisen. Viele Schilddrüsenerkrankungen sind den meisten Menschen vom Hörensagen oder aus eigener Erfahrung geläufig: Entzündung (Thyreoiditis), Über- oder Unterfunktion (Hyperthyreose/Hypothyreose), Schwellung, Kropfbildung (Struma), heiße und kalte Knoten etc… Teilweise überschneiden sich bei den entsprechenden Krankheitsbildern einige Symptome, was häufig zu Verwirrungen und Unsicherheiten in der Diagnostik und Behandlung führen kann.

Über- und Unterfunktionsstörungen der Schilddrüse

Beispielsweise kann eine Überfunktion sehr schnell in eine Unterfunktion umschlagen und umgekehrt. Ebenso kann sich ein Kropf bei einer Über- wie auch einer Unterfunktion entwickeln. Wechseljahresbeschwerden von Frauen werden häufig mit Schilddrüsenfehlfunktionen verwechselt und dadurch teilweise falsch therapiert. Außerdem werden durch die routinemäßige Verabreichung von synthetischen Schilddrüsenhormonen oder die Substitution von Jod Symptome erzeugt, die häufig nicht von der ursprünglichen Störung stammen und das Bild zusätzlich verzerren können.

Auch beim Morbus Basedow und der Hashimoto-Thyreoiditis, den beiden weit verbreiteten Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, ist es manchmal zu Beginn der Erkrankung nicht immer eindeutig, um welches Krankheitsbild es sich genau handelt. Besonders die autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen entwickeln sich eher langsam und unterschwellig und werden meist zufällig bei Untersuchungen anderer Störungen wie beispielsweise Depressionen, chronischer Erschöpfung, Herz- und Blutdruckproblemen oder unerfülltem Kinderwunsch diagnostiziert.

Da die Schilddrüse einen engen Bezug zur Emotionalität besitzt, spielen auch seelische Aspekte eine große Rolle für die Entstehung von Schilddrüsenfunktionsstörungen.

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